Plastikfrei leben

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen, 

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, mit wie viel Plastik man täglich in Berührung kommt?  Es ist definitiv zu viel.
Unser Zeitalter, in dem wir uns gerade befinden, ist ein Plastik-Zeitalter.  Aber mal ehrlich, Plastik ist schon klasse. Es ist das einzige Material, dass leicht, bruchfest, elastisch und temperaturunabhängig ist. Zudem kann es in unterschiedlichen Härtegraden hergestellt werden. Doch die Kehrseite ist, es ist umweltbelastend, es verrottet nicht und ist gesundheitsschädigend. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, das Plastik vollständig zu zersetzen. Man sagt in der Biologie, Plastik ist „inert“, d.h. es ist sehr stabil und löslich und daher kaum einer Mineralisation unterworfen. Das bedeutet, dass Plastik zwar kontinuierlich kleiner, jedoch nicht vollständig abgebaut wird. Die Tierwelt leidet unter unserem Plastikmüll, die Ozeane vermüllen wir mit Plastik. Bald schwimmt mehr Plastik in den Weltmeeren als Fische. Schätzungen gehen davon aus, dass sich inzwischen ca. 145 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren befindet und es kommen jährlich 10 Millionen Tonnen dazu. Auf einen Quadratkilometer der Meeresoberfläche schwimmen ca. 13.000 Plastikmüllteile. 

Doch was ist eigentlich Plastik? 

Wie man weiß, wird es aus dem begrenzten Rohstoff Erdöl hergestellt. Dazu wird es destilliert und man hat Rohbenzin, es wird auch Naphtha genannt. Durch das Cracking-Verfahren wird es zu Ethylen, Propylen, Butylen und anderen Kohlewasserstoff-Verbindungen aufgespalten. Nun kann man Plastik auf dreierlei Arten herstellen.
Durch die Polymerisation werden mehrere kleine Moleküle zu einem großen Molekül aneinandergereiht. So entstehen die Kunststoffe Polystyrol. Polypropylen und Polyethylen.
Durch die Polykondensation werden unterschiedliche Ausgangsstoffe zu einem Molekül zusammengefügt. Es entsteht ein Nebenprodukt, wie z.B. Wasser. Dadurch entstehen Thermoplasten oder Duroplasten.
Als drittes Verfahren gibt es die Polyaddition. Auch hier werden unterschiedliche Ausgangsstoffe unter Wanderung von Wasserstoffatomen zusammengefügt, ohne ein Nebenprodukt. Das Endprodukt ist z.B. Polyurethan. 

Durch die drei unterschiedlichen Herstellungsverfahren gibt es auch drei unterschiedliche Arten von Plastik.
Da gibt es die Thermoplaste. Sie ist sehr flexibel und man kann durch erhitzen beliebig oft die Form ändern. Ein Beispiel ist der Plastikbecher.
Die nächste Art von Plastik ist das Duroplast. Diese Art von Plastik kann nur einmal erhitzt und geformt werden. Es ist meist hart und spröde und besteht aus engmaschig vernetzte Polymere. Ein Beispiel ist das Steckdosengehäuse.

Und dann wäre da noch die Elastomere. Es ist sehr elastisch, man kann es von Hand verbiegen. Es besteht aus weitmaschig vernetzten Polymeren. Ein Beispiel ist der Spülschwamm. 

Der einfachste Weg, die Unmengen von Plastik zu vermeiden, ist, auf Plastik zu verzichten.
Gehen wir mal in die Küche. Zum Schneiden, Pressen und Essen haben wir viele Dinge, die meist nicht vollständig ohne Plastik sind. Der Kochlöffel oder der Pfannenwender ist aus Plastik, die Griffschalen der Messer sind aus Plastik. Und so ein Pfannenwender oder der Kochlöffel ist schnell mal angebrannt. Dadurch werden Giftstoffe freigesetzt, die wir beim Kochen einatmen oder sogar ins Essen gelangen. Nimmt man stattdessen die Utensilien aus z.B. Bambus oder anderem Holz, haben wir das erste Problem schon gelöst. 

Verzichte auf diese Kaffeekapseln, für die George Clooney Werbung macht. Kaffee schmeckt sowieso besser, wenn man ihn per Hand aufbrüht. Und wenn es mal ein Coffee-to-Go sein muss, dann nehme einen Porzelanbecher mit. Die meisten füllen Dir den Kaffee da hinein. Besser als diese Plastikbecher.
Es gibt Dauerback-Matten aus Silikon. Die kannst Du abwaschen und musst nicht dauernd neues Backpapier kaufen. Denn auch in diesem Backpapier ist Plastik.
Benutze plastikfreie Strohhalme. Auch bei den Spülbürsten achte darauf, dass es keine aus Plastik sind. Beim Abtrocknen benutze Trockentücher aus Leinen. Die kannst Du wieder waschen.  
Es gibt vieles, was man ohne Plastik kaufen kann. Beim Einkaufen auf die Plastiktüte verzichten.
So, meine lieben Genuss-Indianer. 

Wer hat nch Ideen für ein plastikfreies Leben? Schreibt mit. Ich freue mich auf Eure Anregungen …

Bleibt neugierig

Euer Karsten

Über Karsten Stockhecker 25 Artikel
Mein Name ist Karsten Stockhecker. Ich bin 1964 geboren. Durch mein Diabetes interessiere ich mich seit mehr als zehn Jahren schon dafür, was in welchem Lebensmittel steckt. Es ist ein interessantes und umfangreiches Thema. Ich hoffe, dass ich durch meine Beiträge ein wenig Licht ins Dunkle bringen kann.

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