“Mindful Eating” oder achtsames Essen

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,

heute möchte ich gerne auf ein ganz besonderes Thema kommen.
Es geht um „Mindful Eating“, um achtsames Essen.

Wir essen heutzutage, ohne nachzudenken. Es wird beim Essen ferngeschaut, Computerspiele gespielt, auf dem Handy gefacebookt und achten lieber auf ander Sachen als auf das Essen selber. Die Nahrungsaufnahme wird zu einer Nebensache. Es ist den allermeisten Menschen egal, wann sie was und wie viel essen, Hautsache satt. Dies führt dazu, dass zu viel gegessen wird. 


Der Hauptgrund, warum Menschen zu viel essen ist, dass sie sich eher auf externe als auf interne Anhaltspunkte verlassen, um zu entscheiden, bin ich satt oder habe ich noch Hunger, denn Essen ist für zu viele nur eine Nebensache. Das führt dazu, dass man mehr isst, als man braucht und auch sehr vielen egal ist, was sie essen. Das fördert die „industriell hergestellten Lebensmittel“ (mein Lieblingshasswort). Auch das Einkaufen wird schnell erledigt, warum sollte ich schauen, was in einem Lebensmittel enthalten ist oder woher es kommt, Hauptsache es geht schnell und macht satt. 


Um dies zu beweisen, wurden Teilnehmer*innen einer Studie unbegrenzt Hähnchenschenkel zur Verfügung gestellt, die sie während einer Sportübertragung im Fernsehen essen durften. Bei der einen Gruppe wurden die Tische kontinuierlich gereinigt, bei der anderen Gruppe sammelten sich die abgenagten Knochen auf dem Tisch. Die Menschen, auf denen sich die Knochen auf dem Tisch stapelten, aßen 34% weniger als die, deren Tisch immer gereinigt wurde. Sie reagierten auf visuelle Signale, um zu entscheiden, ob sie satt sind oder noch hungrig.
 

Ein weiterer Punkt ist die Verpackungsgröße von Lebensmitteln oder Süßigkeiten. Man isst nachweislich mehr aus einer großen Tüte als aus mehreren kleinen.
Zu diesen visuellen Anhaltspunkten zählt auch die Tellergröße. Auf einem großen Teller sieht dieselbe Menge einer Mahlzeit kleiner aus, als auf einem kleinen Teller. Das führt dazu, dass wenn man von einem kleinen Teller gegessen hat, eher satt ist, weil die Menge dessen, was gegessen wurde, auf dem kleinen Teller mehr aussieht als auf einem großen Teller. Wieder so ein visuelles Signal. 

Auch die Größe der Auswahl an Nahrungsmitteln kann dazu führen, dass man mehr isst. In Fachkreisen heißt dieses Phänomen „sensorisch spezifische Sättigung“. Gemeint ist damit, dass unsere Sinne taub werden, wenn man mehrmals derselben Geschmacksrichtung ausgesetzt wird. Eine große Auswahl an Aromen in einer Mahlzeit kann diese natürliche Betäubung verzögern und uns dazu zwingen, mehr zu essen. Um dieser sensorischen Sättigung entgegenzuwirken, kann man einfach die Auswahl einschränken. Am besten macht man das bei Süßigkeiten oder Junk Food. Von gesunden Lebensmitteln, wie z.B. Obst und Gemüse, kann man nicht genug essen. Da ist diese sensorische Sättigung gut. Je mehr Obst und Gemüse zur Auswahl steht, desto mehr wird davon auch gegessen. 

Liebe Genuss-Indianer*innen, zu einem achtsamen Essen gehört schon das Einkaufen. Man packt nicht einfach die Sachen in den Einkaufswagen, sondern achtet darauf, was man einkauft. Die Vorfreude ist bekanntlich die beste Freude. Denkt an Weihnachten. 

Zu Hause selber kochen macht Spaß, man weiß, was im Essen enthalten ist, woher das Gemüse kommt. Man schätzt ein Essen, wenn man es selber gemacht hat. Man ist sich bewusst, welche Aromen enthalten sind, man versucht sie, herauszuschmecken. Konzentriert man sich auf das Essen, lässt es zur Hauptsache werden, isst man weniger, schmeckt man mehr, denn man kaut es länger, damit man den Geschmack intensiver scmeckt.
Bei Fast Food und Co. ist es einem egal, es muss nur satt machen. Kauft man sich Klamotten, geht man ja nicht einfach in einGeschäft, greift sich das erstbeste Stück, Hauptsache es hält warm, oder? 

Ich werde mehr über „Mindful Eating“ schreiben, meine lieben Genuss-Indianer*innen. Ich bin der Meinung, dass man bei der Nahrung sich im Klaren sein sollte, was man isst. Man nennt sie nicht umsonst Lebensmittel. Essen und Trinken sind wichtiger als Zeit und Geld. Achtsamkeit täte uns in vielen Lebenslagen mal gut. Wir haben nur dieses eine Leben.

Bleibt neugierig

Euer Karsten

Über Karsten Stockhecker 33 Artikel
Mein Name ist Karsten Stockhecker. Ich bin 1964 geboren. Durch mein Diabetes interessiere ich mich seit mehr als zehn Jahren schon dafür, was in welchem Lebensmittel steckt. Es ist ein interessantes und umfangreiches Thema. Ich hoffe, dass ich durch meine Beiträge ein wenig Licht ins Dunkle bringen kann.

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