Lange war ich der Meinung, kochen ist doch einfach. Wenn ich mir mal was gekocht hatte, dann hieß es Tüte auf, heißes Wasser drüber, fertig. Hauptsache lecker, schnell und günstig. Ansonsten wurde ich bekocht.

Vor ungefähr zehn Jahren bekam ich die Diagnose Diabetes. Ich musste zu einer Diabetes Schulung. Unter anderem ging es dort um Lebensmittel. In welchen Lebensmitteln ist was enthalten? Was darf ich als Diabetiker essen, was nicht?  Das fand ich sehr interessant.
In der Zeit, als ich krank zu Hause gewesen bin, habe ich mir im TV Kochsendungen angeschaut. Wenn ich schon etwas über Lebensmittel gelernt habe, möchte ich auch selber kochen.
In den Sendungen sah es immer so einfach aus. Besonders die 15-Minuten Küche von Jamie Oliver. Nach einigen Folgen war mir klar: Das kann ich auch.
Ich hatte mir ein Rezept ausgesucht, ich weiß es nicht mehr, was es war. Mit einer Liste der Sachen, die ich für das Rezept brauchte, fuhr ich los in den Supermarkt. Und da stand ich nun. Was genau kaufe ich denn jetzt? Ist das auch ein gutes Lebensmittel, was ich da kaufe? Was ist denn der Unterschied zwischen dem Artikel und dem Artikel? Wieso ist der teurer und der andere soviel Billiger?
Ich kehrte ohne Einkauf frustriert nach Hause. Gutes Essen machen ist doch nicht so einfach. Es gab noch soviel zu lernen, zu lesen, bevor es in der Küche los ging. Rindfleisch ist nicht gleich Rindfleisch. Es gibt hunderte Sorten Kartoffeln. Was hat wann Saison?
Mein erstes Essen, dass ich gekocht hatte, schmeckte nicht gut. Irgendetwas fehlte, die Kartoffeln waren nicht richtig durch, das Fleisch schmeckte irgendwie nicht. Es war doch nicht so einfach. Und es dauerte länger als 15 Minuten. Das richtige Gewürz in der richtigen Menge macht den Unterschied. Und auch, wann ich würze. Vor oder nach dem Braten? Welches Salz nehme ich denn? Ich hatte bis dato keine Ahnung, wie viele Salze es gibt.
Heute koche ich zu Hause. Meine Frau sagt, es schmeckt, was ich mache. Auch unseren Gästen schmeckt es sehr gut.
Ich möchte gerne über meine Erfahrung, über Lebensmittel schreiben. Ja, es gibt schon viele Seiten, viele Foobblogs. Bei mir geht es nicht um abnehmen, vegetarisch oder vegan kochen. Es geht um regionale und saisonale Lebensmittel, um gutes, leckeres Essen. Es geht auch um die Umwelt, um Verschwendung von Lebensmitteln, um Inhaltsstoffe. Einfach gesagt, um alles rund um Essen und Trinken mit einem Blick über den Tellerrand hinaus, um zu wissen, was man da isst, was das bedeutet und wie man es besser machen kann. Keine Seite mit erhobenem Zeigefinger. Ein darauf aufmerksam machen soll es sein.

Der Name meiner Seite ist von meiner Oma. Sie hatte immer gesagt, dass der Sex des alten Mannes gutes Essen und Trinken sei. Habe ich nie verstanden. Heute weiß ich, was sie meinte.

Ich hoffe, Euch gefällt meine Seite und ihr gehört bald zu uns, den Genuss-Indianern.

Bleibt neugierig

Euer Karsten