Das achtsame Kochen

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,
letztens haben wir kurz über das achtsame Essen geredet. Vor dem Essen jedoch steht das achtsame Kochen. Es gab in Japan einen ganz berühmten Zen Meister, mit Namen Dogen Senji. Er legte auf den Akt der Essensaufnahme, der so unverzichtbar ist in unserem Leben, außerordentlich viel Wert. Für den Koch seines Klosters, Tenzo genannt, schrieb er Anleitungen, auf japanisch heißen diese Anleitungen „Tenzokyokun“. Ein wichtiger Punkt, der sich durch das gesamte Tenzokyokun zieht, liegt in der Bedeutung des Aktes des Kochens als eine wertvolle Handlung und eine Art der Zen-Übung. Dieser Punkt wird von verschiedenen Aspekten her eingehend und wiederholt behandelt. Unter anderem prägte er den Begriff „Shojin-ryori“, übersetzt heißt das so viel wie Hingabe beim Kochen.

Was bedeutet das?
In diesen Anleitungen des Zen-Meisters hat er drei Gesinnungen entwickelt, wie man an das Kochen herangehen sollte. Er nennt sie die drei Herzen des Kochens.

Das erste Herz ist das freudvolle Herz.
Hierbei geht es um das Thema Dankbarkeit.
Dankbar dafür, dass man nun mit diesen tollen Lebensmitteln kochen darf, dankbar dafür, dass Menschen gearbeitet haben, damit diese Lebensmittel auf dem Tisch liegen. Mit Freude an die schönen Tätigkeit des Kochens herangehen und sich dabei ganz dieser Freude des Kochens hingeben.

Das zweite Herz ist das pflegende Herz.
Da geht es um die Fürsorge für die Person oder Personen, die man bekocht.
Immer mit den Gedanken bei den Menschen zu sein, für die man gerade das Essen zubereitet.
Kann der Mensch oder können die Menschen, die ich bekoche gut kauen? Gibt es  irgendwelche Unverträglichkeiten oder Bedürfnisse? Bevorzugen sie die vegetarische oder vegane Küche? Man kocht wie eine Mutter, die sich um ihre Kinder sorgt.

Das dritte Herz ist das großmütige Herz.
Da geht es darum, egal welches Lebensmittel man vor sich auf dem Tisch hat, ob das nun der teure Hummer oder eine einfache Kartoffel ist, wir behandeln es immer gleich. Das schult auch die Gelassenheit beim Kochen. Es sollte möglichst alles verwendet werden, so wenig wie möglich weggeschmissen werden. Der Koch muss sich befleißigen, das kostbare Leben der Zutaten bei der Zubereitung der Mahlzeit bestmöglich zu nutzen, so steht es in den Anweisungen des Zen-Meisters an die Köche.

Wenn man mit diesen drei Herzen kocht, bekommt jede Mahlzeit eine besondere Qualität, es schmeckt auch anders. Des Weiteren sollte nicht besonders scharf gekocht werden, man sollte darauf achten, dass die Gäste, für die man kocht, nicht nach dem Essen zu stark aus dem Mund riechen. Nicht übertreiben mit Knoblauch oder Zwiebeln, z.B. Es geht darum, sich um seine Gäste zu kümmern, dass man für sie da ist, schon beim Kochen. Natürlich kommt nur was Regionales und Saisonales auf den Tisch. 

Meine lieben Genuss-Indianer*innen, stellt Euch mal vor, Ihr fahrt mit dem Auto, einem Benziner, zur Tankstelle. Ihr entscheidet Euch, weil es billiger ist, für Diesel und tankt das Auto mit Diesel voll. Ihr freut Euch über den günstigeren Preis. Doch kaum seid Ihr von der Tankstelle herunter gefahren, ruckelt das Fahrzeug kurz und bleibt stehen. So schnell werden wir nicht merken, dass wir etwas Falsches gegessen haben, denn unser Körper ist anpassbar. Doch irgendwann wird auch unser Körper zwar nicht ruckeln, aber wir fühlen uns unwohl oder haben Bauchschmerzen.
Achtsamkeit beginnt schon beim Einkaufen der Lebensmittel. Dazu im nächsten Bericht mehr.

Bleibt neugierig.

Euer Karsten

Über Karsten 76 Artikel
Mein Name ist Karsten Stockhecker. Ich bin 1964 geboren. Durch mein Diabetes interessiere ich mich seit mehr als zehn Jahren schon dafür, was in welchem Lebensmittel steckt. Es ist ein interessantes und umfangreiches Thema. Ich hoffe, dass ich durch meine Beiträge ein wenig Licht ins Dunkle bringen kann.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich akzeptiere

*