Achtsamkeit – Teil 2

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,

hier nun der zweite Teil meiner neuen Serie „Achtsamkeit“.
In der ersten Folge haben wir geklärt, was Achtsamkeit bedeutet. In dieser Folge geht es darum, was Achtsamkeit eigentlich mit Essen zu tun hat. 

Essen wir achtsam, lernen wir die Signale unseres Körpers kennen. Das Bauchgefühl ist dabei ganz wichtig. Man kann es auch Intuition nennen. Ich meine damit, dass wir etwas essen, wenn wir hungrig sind, der Magen knurrt oder man empfindet ein leichtes Schwächegefühl. Wir beenden das Essen, sobald unser Bauch signalisiert, angenehm satt zu sein und sich der Magen „schließt“.

Achtsam Essen bedeutet auch, dass die Wahl der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, ebenso vom Bauchgefühl getroffen wird.
Was sagt die Intuition?
Essen wir nun salziges, herzhaftes oder etwas Süsses?
Wird es nur ein Snack oder eine richtige Mahlzeit?
Brauchen wir Energie in Form von Kohlehydraten oder was Leichtes, gut Verdauliches?

All das ist abhängig von der Situation unseres Körpers und deshalb ist es immens wichtig, eine enge und gute Interaktion mit unserem Körper aufzubauen. Diese Verbindung ist elementar wichtig für achtsames Essen.
Konstruktiv sind zudem Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Wir wissen, was uns schmeckt und gut bekommt. Es ist nicht nur geschmacklich entscheidend, was wir essen, sondern auch was unserem Körper wohl bekommt.

Lerne Deinem Bauchgefühl zu vertrauen. Du wirst zu einem Experten, was Deinen Körper angeht. Höre auf ihn und nicht auf all die vielen Ratgeber in den Medien, den vielen Empfehlungen für Lebensmittel. Dein Körper weiß und sagt Dir, was er benötigt.


Achtsam Essen bedeutet auch langsam Essen. Jeder kennt die Situation z.B. in der Kantine. Man hat nur 30 Minuten Mittagspause, da muss man schnell essen, der Termin mit dem Chef wartet oder ein wichtiges Telefonat oder man muss noch dies oder das erledigen. Keine Zeit zu Essen.
Doch langsames Essen ist so wichtig und hilfreich für die Umsetzung der eben genannten Punkte. Wenn langsam gegessen wird, spüren wir, wann wir satt sind. Der Stoffwechsel arbeitet effizienter und, ganz wichtig, es fördert den Genuss. Durch achtsames Essen wird man zu einem Feinschmecker, wir essen ohne ein schlechtes Gewissen.

Nun höre ich einige von Euch fragen, wie fange ich am besten mit diesem achtsam essen an?
Starte damit, indem Du Dein bisheriges Essverhalten beobachtest.
Stelle Dir am Anfang die Frage „Warum esse ich jetzt?“
Viele essen aus Gewohnheit. Um 12 Uhr steht immer das Mittagessen auf dem Tisch. Einige essen aus Frust oder Langeweile oder zum Trost.
Frage Deinen Bauch, ob er nun Hunger hat oder ob es einen andren Grund dafür gibt, dass Du jetzt isst. 

Nach dem Essen stelle Dir die Frage, ob das, was Du gegessen hast, Dir guttut.
Wie fühlt sich Dein Körper an?
Fühlst Du Dich aufgebläht, überfressen oder bist Du angenehm satt?
Bist Du nach dem Essen körperlich fit oder fällst Du in ein Couchkoma?
So kommst Du dem achtsamen Essen immer näher, denn die Beantwortung der o.g. Fragen helfen Dir dabei, herauszufinden, was Dir, Deinem Körper, zuträglich ist.
Finde heraus, was Du beim Essen denkst oder machst.
Viele kümmern sich noch um andere Dinge während dem Essen. Konzentriere Dich voll auf das Essen. Stelle Dir Fragen, wie:

Was fühle ich beim Essen?
Wie schmeckt es?
Wie riecht es?
Ist die Konsistenz der Mahlzeit angenehm für mich?

Kleiner Schritte führen zu einem achtsamen Essen. Man muss nicht schweigend vor dem Teller sitzen und sehr langsam essen. Du kannst:

• Deine Mahlzeit mit einem achtsamen Bissen anfangen. 

• Kaue öfter 

• Nach jedem zweiten Bissen lege die Gabel und das Messer hin und genieße den Bissen in Deinem Mund. 

• Höre mal bewusst auf zu essen und lasse noch etwas auf dem Teller.

• Isst Du in Gemeinschaft, sei der Langsame in der Runde

• Schaue Dir Deine Mahlzeit mal bewusst an. Welche Farben haben die Lebensmittel? Wie riecht es? 

Hast Du die Hälfte gegessen, höre in Dich hinein. Hast Du noch Hunger?

Genauso wichtig wie Essen ist das Trinken. Hast Du heute schon genug getrunken?
Damit meine ich Wasser, nicht aber Kaffee oder alkoholische Getränke. Es verhindert, dass Du Hunger mit Durst vertauschst. Nutze das Trinken als eine ganz bewusste Pause, atme einmal tief durch. Das gibt Kraft und es tut Dir gut. 

Was bringt achtsames Essen?

Es ist eine gute Möglichkeit dem hektischen Alltag zu entkommen. Man hört in sich hinein. Man befindet sich im Hier und Jetzt, und werden uns bewusster, was wir tun. Das Hamsterrad, in dem wir uns täglich befinden, können wir für einen Moment entfliehen, wir werden klarer im Kopf, die Nerven beruhigen sich. Unser Verdauungssystem entspannt sich und wir verarbeiten unsere Nahrung besser. Die Selbstwahrnehmung nimmt zu, die Wertschätzung der Lebensmittel ebenso. Wir gönnen uns beim Essen einen Moment der Ruhe.
Meine lieben Genuss-Indianer*innen, gönnt Euch Ruhe und versucht, achtsam zu essen. Es tut Euch, Eurem Körper und Seele gut.

Bleibt neugierig

Euer Karsten 

Karsten Stockhecker
Über Karsten 89 Artikel
Mein Name ist Karsten Stockhecker. Ich bin 1964 geboren. Durch mein Diabetes interessiere ich mich seit mehr als zehn Jahren schon dafür, was in welchem Lebensmittel steckt. Es ist ein interessantes und umfangreiches Thema. Ich hoffe, dass ich durch meine Beiträge ein wenig Licht ins Dunkle bringen kann.

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